Europäische Bankenregulierung der Zukunft - Weniger Komplexität, mehr Wettbewerbsfähigkeit?
Die Debatte um eine einfachere und zugleich wettbewerbsfähige Bankenregulierung hat deutlich an Dynamik gewonnen. Nun beginnt die entscheidende Phase: Auf die Konsultation der Europäischen Kommission zur Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bankenmarkts sind über 200 Stellungnahmen eingegangen und ausgewertet worden. Für Anfang 2027 haben Europäisches Parlament, EU-Rat und Kommission ein Reformpaket ("Amendments to the banking framework") angekündigt.
Unter der Leitung von Dr. Teo Geldner und Sebastian Moll (beide Bundesverband deutscher Banken) sowie Dr. Sabine Albrecht, (Bereichsleiterin Mikroprudenzielle Regulierung, Deutsche Bundesbank) analysiert das Webinar die zentralen Aussagen des Berichts und diskutiert, welche regulatorischen Entwicklungen sich bereits heute abzeichnen.
Welche Ziele verfolgt die Kommission? Welche Reformen sind zu erwarten? Und welche Konsequenzen ergeben sich für den europäischen Bankenmarkt, den deutschen Bankenstandort und die Institute?
Schwerpunkte des Webinars sind insbesondere:
- Prudenzielle Integrationshindernisse – Marktintegration, Kapital- und Liquiditätssteuerung in grenzüberschreitenden Gruppen, Intragroup Exposures sowie die Weiterentwicklung der europäischen Einlagensicherung.
- Makroprudenzielles Rahmenwerk – Weiterentwicklung der Kapitalpuffer, Harmonisierung und die künftige Balance zwischen europäischer Einheitlichkeit und nationaler Flexibilität.
- Wettbewerbsfähigkeit als geteilte Verantwortung – Welche Veränderungen zeichnen sich im Zusammenspiel von verbindlichen Anforderungen und aufsichtlicher Guidance ab?
- Mikroprudenzielle Regulierung – Welche Entwicklungen sind bei Pillar-2-Anforderungen und weiteren mikroprudenziellen Vorgaben zu erwarten?
- Proportionalität und Kleinbankenregime – Kommt ein eigenständiges Kleinbankenregime oder wird der SNCI-Status weiterentwickelt? Welche Erleichterungen erscheinen realistisch und wie könnte Proportionalität künftig insbesondere bei Leitlinien und Q&As stärker berücksichtigt werden?
Ein weiterer Programmpunkt widmet sich den aktuellen Entwicklungen rund um die MaRisk-Novelle und den praktischen Fragestellungen zur Säule II. Dr. Sabine Albrecht wird die Vorschläge der Europäischen Kommission aus Sicht der Bankenaufsicht einordnen und erläutern, welche Positionen sich im weiteren Reformprozess bereits heute abzeichnen.
Das Webinar bietet damit eine fundierte Orientierung in einer Phase hoher regulatorischer Unsicherheit und gibt den Teilnehmenden die Möglichkeit, offene Fragen direkt mit ausgewiesenen Experten aus Bankenverband und Aufsicht zu diskutieren.
Zielgruppe:
Fach- und Führungskräfte aus Compliance, Bankenaufsicht, Risikomanagement, Recht und angrenzenden Bereichen.
Referierende:
Dr. Sabine Albrecht:
Dr. Sabine Albrecht leitet seit September 2024 den Bereich Mikroprudenzielle Regulierung bei der Deutschen Bundesbank. Seit ihrem Eintritt in die Bundesbank im Jahr 2017 hatte sie verschiedene Positionen inne und war unter anderem an das BMF sowie die Ständige Vertretung in Brüssel abgeordnet. Zuvor war sie als Anwältin in einer Wirtschaftskanzlei tätig.
Dr. Teo Geldner:
Dr. Teo Geldner arbeitet beim Bundesverband deutscher Banken in der Themengruppe Bankenaufsicht und Bilanzierung. Dort betreut er Themen rund um Liquiditätsanforderungen an Banken, Third-Party Risk Management sowie BCBS 239. Zuvor war er in Forschung und Beratung tätig und ist promovierter Makroökonom sowie ausgebildeter Bankkaufmann.
Sebastian Moll:
Sebastian Moll ist seit 2024 als Associate in der Themengruppe Bankenaufsicht und Bilanzierung beim Bundesverband deutscher Banken e. V. tätig. Er begleitet dort die Umsetzung des Bankenpakets mit Schwerpunkt auf operationellem Risiko und Kreditrisiko. Seit 2025 koordiniert er zudem die Arbeiten zur regulatorischen Simplifizierung im Bereich der Kapitalanforderungen. Seine Tätigkeit umfasst die Interessenvertretung in nationalen und europäischen Gesetzgebungsverfahren sowie die Unterstützung der Mitgliedsbanken bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben.